FOTO EINES GRAFFITO
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Heute gibt es Buchstabensuppe

Ich erinnere mich noch zu gut an die ganzen Diskussionen in der Werbeagentur, in der ich Ende der 1990er Jahre gearbeitet habe. Bei jedem Flyer für einen »wichtigen« Kunden, extremer noch bei Broschüren und anderen mehrseitigen Dokumenten stellte sich die Frage: Welche Typo nehmen wir? Und dann ging es los. Schöne, altehrwürdige Buchstaben aus der Bodoni? Reicht auch eine Garamond? Oder kann es moderner und damit serifenlos sein: Meta war damals »in«. Und dann die Überschriften. Da durfte es dann schon mal etwas »Besonderes« sein. Meine Kollegin war ganz verrückt nach »Marydale« und »FF Justlefthand«. Ob das auch gut lesbar war, spielte eine untergeordnete Rolle. Es sah anders aus und machte optisch was her.

Das waren noch Zeiten! Vielleicht muss meine liebe Kollegin darüber heute auch ein wenig schmunzeln, wer weiß. Ich war eher für den Text zuständig, und musste bisweilen dankbar sein, dass ich vor lauter Design überhaupt noch einige Zeilen unterbringen konnte. Die Leute in den Agenturen finden sich heute ja mindestens genau so wichtig wie damals. Deshalb wird es die ganzen Diskussionen vermutlich immer noch geben. Was die einen eher übertreiben, ist vielen anderen buchstäblich scheißegal. Denn selbst im Buchsatz werden bisweilen Schrifttypen verwendet, die zu allem geeignet sind, nur eben nicht zum Lesen.

Für mich stehen Lesbarkeit und Funktionalität an erster Stelle. Elegant aussehen darf es bisweilen auch. Es kommt eben auf die Umstände an. Mit Apple könnte man nach jedem iPhone aber auch sagen: »Das Design bestimmt das Bewusstsein.«

F P

Fernando Pessoa

Eine kurze Vorstellung des so scharfsinnigen Schriftstellers aus Portugal

L

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Links zu Websites, die ich interessant finde. Du vielleicht ja auch…

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