FOTO VON FLORES, AZOREN (PORTUGAL)
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Flores: Tolle Natur, liebenswerte Menschen!

Meine Pension liegt nur 200 Meter vom Flughafen entfernt, so dass ein großer Katzensprung reicht, um die Koffer loszuwerden. Ich bin ganz neugierig auf die schon beinahe mystisch beschriebenen Lagoas. Das Wetter kann nicht besser sein. Also schnappe ich mir ein Taxifahrer (samt Taxi), der mich schnell an das gewünschte Ziel bringt.

Auf meiner Wanderung nach Fajã Grande liegen vier dieser kleinen Seen, ganz unterschiedlich und tatsächlich mehr oder weniger geheimnisvoll. Tolle Licht- und Schattenspiele ermöglichen einige wundervolle Bilder, die die Realität aber nicht annähernd widerspiegeln können. Sonst würde das Reisen ja auch keinen Sinn machen.

Die Lagoas waren unterschiedlich groß, das Wasser hatte verschiedene Farben, grünlich oder knallblau. Der Lagoa Seca macht seinem Namen alle Ehre und hat gar kein Wasser. Die Wanderung nach Fajã Grande ist zwar wunderschön und hält etliche faszinierende Ausblicke bereit. Trotzdem möchte ich darauf hinweisen, dass der Abstieg äußerst steil und beschwerlich ist. Wer mit dem eigenen Auto oder auch per Mietwagen unterwegs ist, kann auf den Abstieg auch verzichten und zum Ausgangspunkt zurückkehren.

Der kleine Ort Fajã Grande ist in jedem Fall einen Besuch Wert. Es gibt sogar eine kleine Badestelle. Hier geht – wie überhaupt auf Flores – alles gemütlichen vonstatten. Da ich den Bus nach Santa Cruz zurück um einige Minuten verpasse und nicht schon wieder 15 Euro für ein Taxi ausgeben will, versuche ich es mit dem Trampen. Wie früher in den 70er Jahren, als es schon aus finanziellen Gründen notwendig war, den Daumen rauszuhalten. Fast jede FahrerIn gibt mir ein Zeichen, warum sie mich nicht mitnehmen kann. Niemand fährt achtlos vorbei. Ein freundliches Pärchen nimmt mich schließlich mit. Auf Grund dieser Erfahrung habe ich noch weitere Wege so zurückgelegt. Eine schöne Erinnerung und ein Hinweis darauf, dass es immer noch hilfsbereite Menschen gibt.

Nebenbei muss ich aber auch bemerken, dass die Busverbindungen auf Flores eher katastrophal sind. Und selbst im Fahrplan angekündigte Busse fahren aus unerfindlichen Gründen nicht immer. Und keiner – auch die Einheimischen nicht – weiß warum… So wundert es nicht, dass die Informationen des Tourismusbüros nicht immer richtig sind. Neben den Bussen fährt auch die Fähre nach Corvo einfach nicht zur angegebenen Zeit. Nun ja, wenn man weiß, dass man nichts Genaues weiß, ist es nicht weiter tragisch.

Selbst auf den Straßen fährst du durch hunderte Blumen. Bisweilen fast ein Blumenmeer, einfach ungewöhnlich schön. Ich habe hier viele sympathische Menschen getroffen, die sich beim Kreuzer ihrer Wege alle grüßen. Unabhängig davon, ob sie sich bereits kennen oder nicht. Ich bin sehr angetan von dieser unerwarteten Freundlichkeit und übernehme diese Geste einfach. Dadurch entsteht sofort eine gewisse Nähe zwischen den grüßenden Personen. Sehr angenehm!

Mein zweiter Weg auf Flores führt mich per Anhalter nach Ponta Delgada. Ein freundlicher Bauunternehmer in seinem Kleinlaster zeigt mir noch zwei schöne Aussichtspunkte und versichert mir etliche Male – wie andere Menschen übrigens auch –, dass er um nichts in der Welt woanders leben möchte. Die Liebe zu ihrem Geburtsort und die überschwängliche Beschreibung ihrer Heimat hat mich in Gesprächen mit den BewohnerInnen auch auf den anderen Inseln der Azoren tief beeindruckt. Vor allem, weil ich das einfache Leben schätze und selbst auch mit wenig zufrieden bin.

Mein Wanderweg hat nochmalig Fajã Grande zum Ziel. Diesmal geht es im Norden am Hafen von Ponta Delgada los. Der Weg schlängelt sich nach einem anstrengenden Anstieg durch von Blumen gesäumten Wegen hoch über dem Meer dahin. Der häufig von Mauern begrenzte Weg verläuft an Weiden entlang und durch kleine Wälder hindurch. Oft kann ich direkt bis an die Felsklippe gehen, von wo der Blick nach unten eine beachtliche Entfernung offenbart. Durch die Trockenheit in den Tagen zuvor ist der Weg gut begehbar. Nur ein Tipp: Wenn du eine Wanderung nach Regenfällen machen willst, frage am besten, ob dies problemlos möglich ist. Denn oft sind die Wege extrem rutschig und einige Stellen sogar unpassierbar.

Ich genieße die Blumenpracht, die interessanten Blicke und auch die vielen freundlichen Menschen, denen ich hier begegne. Nach zehn Kilometern komme ich in Fajã Grande an und gönne mir im Garten eines Cafés mit Blick aufs Meer einen Snack. Nach dem anschließenden Rundgang durch Fajã Grande steige ich in den Bus nach Lajes, um durch diese kurze Sightseeing-Tour den Süden der Insel zu sehen. In Lajes legt der Fahrer eine 20-minütige Pause ein, Zeit genug für einen kurzen Rundgang durch den Ort. Mit der Weiterfahrt nach Santa Cruz ist die Umrundung der Insel geschafft.

Wer ein paar Gänge runterschalten muss oder möchte, Wanderungen liebt und mit wenig zufrieden ist, sollte ruhig mal Zeit auf Flores verbringen. Diese Insel glänzt nicht nur durch wundervollen Naturlandschaften. Hier gibt es auch viele einfache, aber genau so wundervolle Menschen.

F P

Fernando Pessoa

Eine kurze Vorstellung des so scharfsinnigen Schriftstellers aus Portugal

L

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